Selbst Unter Der Bitterkeit

DER GROSSE BETROGENE
Man verliert sich
manchmal
in den Tiefen
einer Frau
und findet sich
niemals
wieder.

Man geht
Dann durch die Welt
Seiner selbst unsicher
Sicher nur seines Schweigens.
Manchmal
In einer Kneipe
Kognac trinkend
Und einen traurigen Blues
hörend,
kommt jemand näher,
der uns
an die Frau erinnert,
in der wir uns
verloren haben.
Und seine Begletung
Läßt uns einsamer
denn je.

Man trinkt seinen Kognac
und geht dann.
Ohne daß jemand
verstünde
warum man lächelnd
geht.

Wenn man wenigstens
Traurig wäre.
Wenn man leiden würde
Zumindest,
murrte,

Man geht
durch die Hintertür,
denn man fühlt sich
als großer Betrogener,
wenn man sich in Wirklichkeit
nur verloren hat
in den verworrenen Tiefen
einer Frau,
die nicht einmal
gegangen ist,
sondern die uns
nur gehen ließ.

In Wirklichkeit
hat sie uns nicht verstanden.
Es gefällt uns, wenn man uns sagt
Wie zu einsamen Kindern:
,,Geh nicht. Bleib noch.
Es ist noch früh...“

Die macht unsere Küsse
so wichtig,
daß einer Opfer
seiner eigenen Wichtigkeit wird.

Man ist so, wenn man allein ist.
Betrunken von sich bis anden Rand.
Man braucht es, daß jemand
einen wirklich braucht.

Und da keiner einen ruft,
damit man nicht geht,
so verliert man sich
in den Tiefen einer Frau,
die dann auch geht,
in dem auch geht,
in dem Glauben, daß wir uns gelangweilt hätten,
ihre Lippen zu küssen und ihre Seele zu betrachten.

Es ist alles so verworren,
daß ich manchmal
mit neid
an die einfachen Verliebten denke,
die durch Hände und Lippen vereint
die Einsamkeit des Körpers
noch nicht kennen.

Man verliert sich
manchmal
in den Tiefen
einer Frau,
die dann geht.
Und wenn man gegangen list.
Und wir werden uns nicht mehr
wierder treffen.
Denn man bleibt
allein mit sich
für immer in dem Glauben,
der große Betrogene zu sein,
der Cognac trinken muß
und sehr traurig sein,
um die harte Aufgabe
zu erfüllen
zu leben.